Was passiert wenn eines der größten Rennevents auf die traditionsreichste und härteste Rennstrecke der Welt trifft? Die Antwort fand man an diesem Wochenende neben 200.000 anderen Motorsportbegeisterten am Nürburgring in der Eifel. Der ADAC lud zum 38. Internationalen 24 Stunden Rennen ein und der Nürburgring zeigte sich von seiner besten Seite. Seit 2007 veränderte sich das Bild der Umgebung maßgeblich. So entstand an der Grand-Prix Strecke des Nürburgring ein einmaliges Eventcenter das den Namen Ringboulevard trägt. Ein knapp 200 Meter langer überdachter Komplex mit etlichen Shops und Shows bietet dem Besucher die Möglichkeit neben dem Rennen auch noch in anderer Hinsicht ein einmaliges Erlebnis geboten zu bekommen.
Wem das alles nicht reicht, für den hat die Nürburgring GmbH direkt gegenüber das Eifeldorf errichtet. Ein Bereich bei dem man von Übernachtungsmöglichkeiten bis hin zu Essen und Disco alles geboten bekommt was man bisher unmittelbar an der Rennstrecke vermisst hat. Für viele eingefleischte Fans des 24 Stunden Rennens ging es schon am Montag in Richtung Eifel, denn wer später anreist sucht vergeblich nach einem guten Kamping-Platz direkt an der Strecke.
Für uns jedoch hieß es erst am Samstag los zum Ring, denn leider war es aus beruflichen Gründen nicht möglich früher anzureisen. Die Wettervorhersage am Vorabend war eher schlecht, auch die Bilder vom Training ließen kein gutes Wetter erahnen. Gegen 11Uhr erreichten wir nach relativ ruhiger Fahrt das Ringwerk. Wir wollten die Ruhe vor dem Sturm nutzen um die Fahrzeuge noch bei den Teams zu sehen, solange sie noch in der Box sind. So liefen wir bis 13Uhr in der Boxengasse hin und her. Nachdem die ersten Autos den Weg auf die Rennstrecke fanden, hieß es auch für uns los um noch anständige Plätze an der Rennstrecke zu bekommen. Wie üblich füllten sich schon eine Stunde vor Rennbeginn die Tribünen mit Zuschauern. Wir konnten uns mit Mühe noch Sitzplätze direkt an der Start/Ziel Linie sichern an der es um 15Uhr dann endlich ging mit dem 38. ADAC 24 Stunden Rennen. Für mich war es nun das siebte Rennen in Folge und ich muss sagen, wer einmal beim Start des Feldes an der Tribüne saß, möchte es nie mehr missen. Das Wetter hielt sich trotz der hohen Regenwahrscheinlichkeit sehr gut. Bei trockenen 5° machten wir uns gegen 16Uhr auf den Weg nach Breidscheid. Dort angekommen hieß es nun die Beine in die Hand nehmen, denn ich wollte auch das Umfeld der Strecke erkunden. Zu unser aller Überraschung lief mir hier Filipe über den Weg, der zu dem Zeitpunkt schon knapp 60% der Nordschleife zu Fuß abgelaufen ist. Nachdem wir uns etwas unterhielten verabredeten wir uns für später an der Boxengasse. Angetrieben von heulenden Motoren machten wir uns auf den Weg in Richtung Wehrseifen. Dort angelangt wurde uns aber schnell klar, das wir nicht lange bleiben können. Denn die kalten Witterungsbedingungen ließen unsere Körpertemperatur schnell sinken. Halb erfroren und hungrig machten wir uns also wieder auf den Weg zum Ringwerk. Ausnahmsweise waren wir diesmal nicht bei Pinocchio, da die anderen keine Lust auf Italienisch hatten.
Wieder an den Tribünen angekommen stärkten wir uns mit Pommes und Currywurst die dort 24 Stunden lang verteilt wird. Gestärkt sah ich auch Filipe aus Box 9 zu uns rüberwinken. Mittlerweile war es schon 20Uhr und die Kälte zog auch durch die dickste Kleidung. Zum Abschied besuchten wir noch mal die Teams in den Boxen die sich jetzt nach den ersten Runden etwas ausruhen konnten. Das galt jedoch nicht für alle, denn als der Phoenix Audi R8 mit Problemen in Breidscheid ausrollte stand ich neben Hans Joachim Stuck und musste den Verlust seines Wagens mit ansehen. Er war sichtlich enttäuscht und aufgeregt – hatte er sich doch gerade auf seinen Stint vorbereitet. Ähnliche Bilder auch in anderen Boxen. Gebrandmarkt machten wir uns gegen 21:30 auf den Weg in Richtung Heimat. Wie immer konnte der Nürburgring mit seinem einzigartigen Flair zum 24 Stunden Rennen überzeugen. Das neue Ringwerk ist mit seinen Shops und Attraktionen eine Bereicherung für den Ring. Ich freue mich schon jetzt riesig aufs nächste Jahr wenn es wieder los auf die Schleife geht.