Ziel des 4. Laufes im SMRC Cup war der neue MotorSpeedway in Groß-Dölln, der im November 2009 das Licht der Rennsportwelt entdeckte. Neben den seit Jahren erfolgreich ansässigen „DrivingCenter Groß-Dölln“ kann man ab jetzt auch professionelle Rennen auf dem in drei verschiedenen Varianten Fahrbaren Track absolvieren.
In Groß-Dölln angekommen suchten wir nach kurzen Vorbereitungen unser gemütliches Bett auf, denn am nächsten Morgen stand um 8:15Uhr die erste Fahrerbesprechung an. Danach ging es von 9-16 Uhr im 30 Minuten Takt auf die Rennstrecke. Neben unserem 15 Mann starken Starterfeld war auch der Pistenclub mit ca. 15 Autos angereist.
Nachdem die ersten Einfahrrunden absolviert wurden, konnte man sich nach dem 2. Stint etwas detaillierter auf die Streckenführung konzentrieren und noch an den Rundenzeiten arbeiten. Die bisherige Tagesbestzeit lag bei 1.20 Minuten, gefahren von Honda-Werner der nach dem 2. Training aufgrund einer defekten Kupplung vorzeitig ausgeschieden ist. Aufgrund der großzügig dimensionierten Fahrzeiten war heute für jeden ausreichend Zeit zum Fahren. Nachdem Thoralf und ich die erste Trainings-Session zum Fahrzeugtest absolviert, hieß es später für Felix und Pero ab auf die Rennstrecke. Beide tasteten sich langsam aber sicher an das Limit ran. Felix konnte nach seinem Turn einer 1:28 sein Eigen nennen und damit eine nicht schlechte Zeit an den Tag legen. Es war übrigens seine erste Runde auf der Strecke und vor allem in einem Caterham! Auch Pero machte Fortschritte und fuhr sich stetig von 1:36 auf 1:28 Minuten runter bis er in der letzten Kurve vor Start/Ziel über das Limit ging und direkt vor unseren Augen ins Kiesbett abflog. Zum Glück ist nichts schlimmeres passiert, Fahrer und Fahrzeug sind ohne Blessuren davon gekommen. Pero steuerte die Box an um weitere Schäden zu vermeiden. Schnell war klar, die Reifen haben die Tortur nicht unbeschadet überstanden. Nachdem wir uns an das reinigen des Fahrzeuges machten, sahen Thoralf und ich nicht mehr viel Sinn im alten Radsatz. So nutzten wir die Freiflächen des Flugplatzes zum Anlass für einige schöne Burnouts und Donuts nutzten. Zur Verwunderung aller waren die Spuren im Radsatz danach fast vollständig verschwunden. So entschieden wir uns kurzfristig den Satz zumindest morgen für die erste Trainingssession zu nutzen.
Zum Abend hin begann für die Fahrer wieder die Arbeit an den Autos. Denn Sigi hatte es erwischt. Er kämpfte mit Zündaussetzern dessen Herkunft bis zum Trainingsende um 16Uhr noch niemand eindeutig lokalisieren konnte. Eigentlich schon aufgegeben machten sich Honda-Werner und Sigi also ans Auto um den Fehler zu finden. Nach vielen Stunden war der Übeltäter lokalisiert. Die Kraftstoffpumpe hatte den Geist aufgegeben. Felix hatte zum Glück seinen Servicewagen mit all den Materialien dabei, die schlussendlich zum Erfolg führten. Denn leider hatte niemand mehr eine passende Kraftstoffpumpe vorrätig, weswegen Werner´s Porsche Pumpe mit leichten Modifikationen herhalten musste. Mit Erfolg – Der Wagen lief wieder einwandfrei und war gegen 21Uhr startklar für den nächsten Morgen.
Nach einigen Gesprächen und etwas Bier hieß es wieder nach der kurzen letzten Nacht um 12Uhr ab ins Bett. Am nächsten Morgen hieß es ja wieder um 9Uhr ab auf die Rennstrecke.
Pünktlich um 7:00 Uhr klingelte der Wecke und wir machten uns an die Arbeit. Pero kümmerte sich mit Thoralf fleißig ums Frühstück während ich den Wagen vorbereitete. Gut gesättigt und vorbereitet ging es um 9Uhr direkt in die erste Session. Nach 15min wechselten Thoralf und ich das Cockpit um zu schauen wie der Wagen und der Asphalt mittlerweile arbeiten. Doch schnell kamen wir zu dem Entschluss, dass der Reifensatz von gestern nicht mehr die nötigen Anforderungen erfüllte. Somit entschieden wir uns, für den 2. Stint, den neuen Reifensatz zu montieren. Waren zuvor mit dem alten Satz Zeiten um 1.22 möglich merkten wir hier schnell, dass noch mehr möglich war. Thoralf begann mit dem ersten Turn und konnte direkt eine persönliche Bestzeit einfahren. Mit einer 1.21:5 kam er nach 15min in die Box und ließ mich ans Steuer. Auch ich merkte schnell, dass hier mehr möglich ist und lieferte mir über mehrere Runden ein Duell mit Sigi der zu diesem Zeitpunkt eine 1.21:1 gefahren ist. Auch Holger war schnell unterwegs und konnte sich mit einer 1.21er Zeit in den Top 3 platzieren. Den 11Uhr Turn überließen wir Werner, der aufgrund seiner defekten Kupplung nicht mehr aktiv am Geschehen teilnehmen konnte.
Nach den ersten Einheiten am Morgen hieß es um 12Uhr ab zum Qualifying. Hier konnte Thoralf noch mal 1,5 Sekunden an Zeit gut machen und war zusammen mit Sigi die erste 1.19er gefahren. Somit standen die ersten Positionen fest. Pole für Thoralf vor Sigi und Holger. Doch leider wurde die Stimmung schnell gedrückt. Wir bemerkten einen Kühlwasserverlust an unserem Caterham. So nutzten wir die zwei noch verbliebenen Stunden bis zum Rennen, um den Schaden auf die Schliche zu kommen. An einer Dichtung trat das Wasser aus. Womöglich zog das System Luft, welche zum Überdruck führt. Schnell geflickt und geprüft konnten wir den Wagen zum Rennen 100% Startklar bereitstellen.
Um 14Uhr hieß es dann „Ready to Rrace“. Thoralf konnte sich schon nach wenigen Runden von seinen Verfolgern absetzen und fuhr ständig Zeiten um die 1:20. Während Thoralf vorne einsam seine Runden drehte war es weiter hinten wesentlich spannender. Holger und Sigi boten sich über mehrere Runden einen Zweikampf bis es zu den ersten Überrundungen kam. Hier konnte Sigi nicht schell genug überholen und verlor wertvolle Meter auf Holger. Unter Druck stehend machte sich Sigi auf zur Aufholjagd und versuchte Holger noch einzuholen. Das Ziel konnte er jedoch nicht mehr erreichen. Ein Fahrfehler warf ihn im letzten Teil des Rennens weit zurück. Eine neue Chance war jetzt ohne Fahrfehler von Holger nicht mehr möglich. Nach 30 Minuten war das Rennen vorbei. Thoralf konnte einen Start/Ziel Sieg einfahren, Holger kam vor Sigi ins Ziel.
Das Endergebnis lautete:
1. Toralf Grube - R400 - Klasse 2
2. Holger Franz - R400 - Klasse 2
3. Sigi Wadsack - R400 Klasse 2
4. Jan Bode - R300 - Klasse 3
5. Werner Schwede - Caterham HPC - Klasse 3
6. James Buckley - R400 - Klasse 2
7. Rudi Widmann - Westfield - Klasse 3
8. Nels Klit Christensen - C400 - Klasse 1
9. Raimund Gögel - Caterham HPC - Klasse 3
Während Thoralf sich nach dem Rennen mit den anderen Fahrern auf den Weg zur Siegerehrung machte kümmerten wir uns ums Auto. Leider trat der Kühlwasserverlust weiterhin auf, was auf einen größeren Schaden hindeutete. Da wir jedoch noch bis 16Uhr freie Fahrzeit hatten, nutzten Thoralf und ich die freie Stunde noch für ein kleines Rennen. Er schnappte sich Holgers rechtsgelenkten Wagen während ich mit unserem auf die Strecke fuhr. So konnten wir uns zum Ausklang des Wochenendes noch einige Runden auf der Rennstrecke austoben.
Danke an alle für das gelungene Wochenende, auch wenn leider nicht alle Fahrer vor Ort waren. Für eine solch kleine Rennstrecke bin ich jedoch sehr positiv überrascht. Definitiv anspruchsvoll mit vielen interessanten Abschnitten.
Wir freuen uns schon auf das nächste Event.