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* asia-unlimited - Coverages » Event no.30 - SMRC & Pistenclub Hockenheim
SMRC & Pistenclub Hockenheim
20. April 2011

Bericht: issue, Flaux
Bilder: issue, Raphael

Zwei Wochen sind vergangen, seitdem das Team des SMRC in Anneau du Rhin zum Saisonauftakt unterwegs war. Viel Zeit zum entspannen war also nicht, denn bis zum Rennen auf der legendären Rennstrecke im Süden Deutschlands blieben den Mitgliedern nur neun Tage Zeit. Für uns hieß es also ranklotzen, denn einerseits musste der R400 von den Strapazen aus Anneau du Rhin fit gemacht werden und andererseits stand der Rennwagen noch demontiert auf Werkstattböcken. Drei Tage waren für die Fertigstellung angesetzt, knapp aber nicht unmöglich. Nachdem alle Vorbereitungen positiv umgesetzt wurden, hieß es am 19. April auf in den schönen Süden des Landes. - Genau vier Stunden dauerte die Fahrt, bei der ausnahmsweise mal kein Stau und keine Landstraße im Weg war. So erreichten wir schon um 20:30 den Ring in Hockenheim.

Auf dem Gelände eingetroffen, begegneten uns schon viele bekannte Gesichter. Die ersten Jungs des SMRC machten sich bereits in den Boxenhallen breit – die Leute vom Pistenclub reisten überwiegend am Folgetag an, deren Crew war trotzdem schon seit Mittag vor Ort. Auch wir nutzten den freien Paddock und setzten unser Wohnmobil diesmal direkt vor das Boxentor. Ausladen, sortieren und ab an den Grill – denn hierfür hatten wir reichlich vorgesorgt. Bier und Fleisch wie Sand am Meer, Männerherz was willst du mehr. Um Mitternacht ging es dann ab ins Bett, damit wir um 8:30 fit für das erste Training des Tages waren.



Pünktlich um sieben Uhr klingelte der Wecker. Die meisten schon längst wach, denn der Süden spendierte uns einen bilderbuchreifen Sonnenaufgang bei angenehmen 13°. Also nicht lange aufhalten, schnell das Brötchen in die Hand und ab in die Box. Das Starterfeld war im Vergleich zum Vorjahr fast komplett neu verteilt. So bestand das SMRC Team aus 26 Fahrzeugen, wie gewohnt unterteilt in vier Klasse. Außergewöhnlich für dieses Jahr war, dass alleine in Klasse 1 (den Fahrzeugen mit einer Leistung zwischen 220 und 260PS) acht anstatt wie bisher zwei bis drei Fahrzeuge eingeteilt waren. Der Pistenclub tourte mit knapp 90 Fahrzeugen an den Hockenheimring und wurde in zwei große Gruppen aufgeteilt. Aufgrund der Streichung einer Fahrzeit mussten die Sessions neu geregelt werden. Normalerweise kann der SMRC Club gerade bei Pistenclub Events eigenen Sessions fahren. Diesmal wurden 50% unserer Fahrzeuge bei den Rennwagen und die restlichen 50% bei den straßenzugelassenen Fahrzeugen des Pistenclubs eingeteilt. Dafür hatten wir mit 45 Minuten pro Turn reichlich Fahrzeit. - Eine gute Entschädigung wie ich finde.



Kommen wir also zum ersten Turn des Tages, den das Team vom SMRC noch exklusiv für sich alleine hatte. Unser Caterham wurde zu Testzwecken mit den neuen „dritten“ Slicks, die eigentlich für den gelben R400 vorgesehen waren, ausgestattet. Einerseits wollten wir die Reifen testen & anfahren, anderseits schauen ob das Set was für die Strecke taugt. Schnell stellte sich heraus, der Radsatz ist klasse. Sein super Gripniveau ermöglichte uns viele schnelle Rundenzeiten. Zurück in der Box mussten wir einen leicht erhöhten Druck im Wasserbehälter feststellen. Unsere Vermutung war mal wieder die Laufbuchse. Dementsprechend vorsichtig bereiteten wir das Fahrzeug für das 2. Training um 10:15 Uhr, dann mit den Autos des Pistenclub, vor.



Aufgrund der neuen Aufteilung traten hier alle SMRC Fahrzeuge der zweiten, dritten und vierten Klasse gemeinsam mit den Rennfahrzeugen des Pistenclub an. Unsere erste Klasse hingegen hatte Ihren Lauf um 11:00 Uhr mit den straßenzugelassenen Fahrzeugen. Thoralf und ich wollten uns den Turn teilen. Thoralf wollte den frisch aufgezogenen Radsatz testen und später mit Holgers neuem Wagen einige Runden zur Abstimmung fahren. Mittlerweile trafen auch Pero und Raphael ein, die sich schon um 5:30 Uhr auf den Weg in den Süden machten. Voller Vorfreude bestaunten die Jungs das Fahrerfeld und die volle Strecke. Vom Ford Fiesta, über Caterham’s, bis hin zu Ferrari und Porsche Cup Fahrzeugen waren die unterschiedlichsten Teams und Fahrzeuge vertreten. Viel Abwechslung und spannende Vergleichsmöglichkeiten! Nach 15 Minuten steuerte Thoralf zu Reifencheck und Fahrerwechsel die Box an. Eigentlich sollte er jetzt in Holgers Cockpit wechseln, doch unglücklicherweise fiel der Wagen durch hohen Ölverlust gleich nach dem Motorstart schon in der Box aus. Währenddessen nahm ich Platz am Steuer des R400 und konnte die noch verbleibenden 25 Minuten des Turns fahren. Am Ende der Session holte Thoralf mit einer 1:54.649 den 4. Gesamtplatz hinter Joachim Westermann (1:53.431), Guiseppe Titi (1:52.073) und Gotfried Hatz (1:51.572), der mit großem Abstand als bester der zweiten Klasse vor Christian Widmer (1:57.764) lag, welcher sich den 8. Gesamtplatz sicherte.



Nach der Session wollten wir feststellen wie sich der Wasserstand verändert hat und warum der Temperaturzeiger unter Last von 80° auf 20° abfiel. Denn resultierend aus dem Temperaturproblem traten bei mir gegen Ende der Phase vereinzelte Zündaussetzer auf, welche ein typisches Anzeichen für einen fehlerhaften Wert sind. Nach Demontage der Teile konnten wir feststellen, dass alles im grünen Bereich lag. Auch Öl oder Abgase waren im Kühlkreislauf nicht zu finden. Nun schauten wir nach dem Temperaturproblem. Wie üblich war der Fühler der Übeltäter und nach einer kurzen Instandsetzung lief der Wagen wieder top. Anders war das beim verwendeten Radsatz, welcher schon in Spa 2010 gefahren wurde. Aufgrund der schlechten Performance wurde das Set wieder ausgemustert und für die letzte Trainingseinheit probierten wir den noch frischen 3. Satz aus.

Der Caterham war also fertig präpariert, sodass wir das bunte Fahrerfeld des Pistenclubs bestaunen konnten. Bepackt mit meiner Kamera machte ich mich auf den Weg, um auch neben der Rennstrecke aktiv zu werden. Thoralf nutze die Zeit zur Entspannung und Stärkung. Wie bekanntlich bei allen Teams der Fall, verrinnt die Zeit zwischen den Turns wie im Flug und so war es auch für mich wieder an der Zeit zum Fahrzeug zu gehen. Thoralf bereits startklar, wollte gemeinsam mit Sigi einige Runden drehen und so zogen die beiden neben vielen weiteren Fahrzeugen auf die Strecke. Thoralf beendete seinen Turn bereits nach knapp 30 Minuten mit der Information, dass der Reifensatz zwar gut sei, aber nicht so schnell wie der Erste. Auf Höhe Sachskurve stand zudem eine GT Corvette aus dem Pistenclub mit Motorbrand, welcher einen kurzen Trainingsabbruch verursachte.



Mittagspause. Zeit für eine Stärkung im Catering des Pistenclub und Chance die letzten Änderungen am Fahrzeug vorzunehmen, bevor es am Nachmittag ins Qualifikation ging. Thoralf wollte nichts dem Zufall überlassen und entschied sich für den Radsatz des Vormittags. Mit dem kam er am besten zurecht. Dementsprechend motiviert, positionierte er sich bei der Ausfahrt taktisch hinter Joachim Westermann in seinem Klasse 1 Caterham, um irgendwie den Windschatten zu nutzen. Schnell zeigte Joachim, dass sein Wagen durch den hohen Leistungsunterschied in einer anderen Liga spielt. Als sei das nicht schon genug, machte sich Joachim in der zweiten Runde Thoralf´s Windschatten zu Nutzen und kam auf der Start/Zielgeraden noch schneller auf Topspeed. Der Nachteil, die erste Kurve musste er innen nehmen. Typisch Joachim nutze er hier nicht die Bremse, sondern den Curb um mit einer eleganten Zweirad-Flugaktion an Thoralf vorbei zu gehen. Der Aufwand hat sich bezahlt gemacht. Westermann konnte sich so auf Startplatz zwei, hinter Guiseppe Titi, positionieren. Er beendete das Quali dann auch bereits nach nur drei Runden. Thoralf konnte sich dennoch Platz drei in der Startaufstellung sichern und somit das Feld der 1. Klasse aufmischen.

Leider hatte sich gegen Nachmittag das Fahrerfeld leicht verringert, denn neben Holger fielen auch der Tagesschnellste Gotfried Hatz und vier weitere Fahrer aus. Auch Sigi kam während des Qualifikationslaufes mit einem alles andere als rund laufenden Motor in die Box. Wie Thoralf nun mal ist, griff er Sigi sofort unter die Arme um das Problem zu lokalisieren. Während beide fieberhaft auf der Suche waren, machte sich ein weiteres Problem bemerkbar. Etliche Liter Kühlwasser sprudelten aus dem Überdruckbehälter. Die Vermutungen lagen nah, ein Kopfschaden. Systematisch durchsuchten wir den Wagen nach Fehlern. Ein defekter Drosselklappensensor war der Übeltäter. Zum Test wurde das Kühlsystem entlüftet, um zu schauen ob der Überdruck noch vorhanden war. Nach genauerer Prüfung stellten wir fest, dass das Druckventil im Deckel defekt war. Sigi konnte also doch noch mit einem laufenden Wagen ins Rennen starten.



Um 16:10 war es endlich so weit, die Fahrzeuge rollten zur Startaufstellung. Bis zum Start um 16:25 wurde noch letzte Feinarbeiten gemacht und nicht mehr verwendete Sachen verstaut. 15 Minuten später ging es für die 20 Fahrzeuge des SMRC los auf den über 4km langen Rundkurs, um pünktlich um 16:30 mit einem fliegenden Start zu beginnen. Fehlerfrei flog das Fahrerfeld in die erste Runde. Im vorderen Teil blieb die Aufstellung für die ersten Runden unverändert. Lange konnte Thoralf dem Druck von Marc Weber, der von Position vier ins Rennen gestartet war, nicht standhalten und fiel auf Platz vier zurück. Währenddessen konnten sich Westermann und Titi vom Rest des Feldes absetzen und lieferten sich über lange Zeit einen erbitterten Kampf um die Führung. Auch weiter hinten im Feld war es spannend. Neuling Oliver Vakilzadeh, der in seinem KTM X-Box an den Start ging, machte kräftig Druck und konnte sich auf Platz zwei der 2. Klasse vorkämpfen. Ein Fahrfehler einige Runden vor Schluss (Einfahrt Motordrom) beförderte Ihn ins Kiesbett. Zum Glück konnte er sich selbst befreien und das Rennen fortsetzen. Der gute Platz war aufgrund von über 20 Sekunden Zeitverlust leider verloren. Auch vorne lies die Spannung nicht nach. Kurz vor Einfahrt in die letzte Runde übersteuert Titi sein Auto und dreht sich in der letzten Kurve. Fast filmreif verlor er dadurch kurz vor Schluss seinen sicher geglaubten Start/Ziel Sieg an Westermann, der ein nahezu fehlerfreies Rennen fuhr. Somit siegte nach 30 Minuten Westermann vor Titi, Weber und Grube und holte neben dem Klassensieg auch Gesamtplatz eins. Thoralf konnte sich neben Platz vier den Klassensieg in Gruppe zwei sichern.



So endet ein toller und nahezu perfekter Tag bei 23° und purem Sonnenschein. Neben einigen technischen Ausfällen hatten Pistenclub und SMRC keine großen Verluste. Ein gutes Gefühl, mit dem alle Teams die Reise nachhause antreten konnten.

Bilder Kamera: Canon 40D, Nikon D300   

SMRC & Pistenclub Hockenheim Visits: 1970   
KOMMENTARE: 1
Undutched
05.05.11 - 20:44

Das neue layout find ich echt cool. Bericht ist superlang, muss echt sagen musste 2 Pausen hinlegen!

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